Zwölf Euro für Dein Herz
Je einen für die Stunde
Und tausend für den Schmerz
Versteht sich: pro Sekunde

Das sind die nackten Zahlen
Am Ende; unterm Strich
Ein guter Preis für Qualen
Ein schlechter Preis für mich


Ich hab gedacht, ich führ mal Buch
Links der Segen, rechts der Fluch
Will keine bunten Bilder malen
Mein Leben in konkreten Zahlen
Auch keine schöne Poesie
Nichts täuscht mich mehr als sie

Zum Schluss wird die Bilanz gezogen
Wer hat am Ende wen betrogen?
Das Leben mich?
Oder war es ich?
Ich mein ….
Kann es sein ….
Ich lege grad das Leben rein?

Die Neubewertung großer Posten
Besonders auch die Kosten
Verhältnismäßig zum Ertrag
Denn schließlich war nicht jeder Tag
Mit Dir – ein Gewinn
Denn immerhin
Ich will mal ehrlich sein
Ich fühlte mich zu oft allein

Hier ist der Saldo tief im SOLL
An sich war vieles wundervoll
Wir haben uns schon sehr bemüht
Dass jeden Tag ein Blümchen blüht
Auf unserem kargen Acker
Da zog ich immer wacker
Den schweren Pflug
Und trotzdem war es nie genug

Was schreib ich in mein Lebensbuch?
War das nun Segen oder Fluch?
An manchen Tagen möcht ich meinen
Es könnte wie ein Fluch erscheinen
An andern Tagen ist mein Leben
Erfüllt von einem tiefen Segen

Und gerade jetzt kann ich ihn spüren
Wenn Deine Lippen mich berühren
Mit ihren sanften Gaben
Der Saldo steigt sofort ins HABEN


Man merkt es gleich am Schritt, am Gang
Der Mann steckt voller Tatendrang
Es drängte ihn sich zu beweisen
Er sei ein ganzer Kerl aus Eisen

Der auch die größten Widerstände
Überwände
Wenn man am letzten Ende
Ihn ließe
Was hieße:
Dass es noch zu beweisen gelte
Dass seines scharfen Schwertes Kälte
Noch alles zögerliche Tun durchdränge
Käm er doch endlich in die Gänge
In dieser kalten Welt der Zwänge


Der Krieg ist ausgebrochen
Ist durch den Zaun gekrochen
Gezähmt und hinter Gittern
Konnt er den Frieden wittern

Ist er nun draußen und Du drinnen?
Wird er verlieren, Du gewinnen?
Ist er für Dich, ist er für mich?
Kämpft er am Ende nur für sich?

Verbannt in weiter Ferne
Da hast Du ihn wohl gerne
Auf fernen Kontinenten
Mit fremden Kontrahenten

Versuchtest ihn zu hüten
Wie kleines Glück in Tüten
Bei Erdbeereis mit Sahne
Hißt Du die weiße Fahne

Der Krieg ist ausgebrochen
Der Wärter war bestochen
Es wird sich für ihn lohnen
Ich werde ihn verschonen

Du hockst im Schützengraben
Da fressen Dich die Raben
Dein Dünkel währenddessen
Wird von der Scham gefressen

Und hinter Barrikaden
Entwickeln sich die Maden
Wenn sie dann Flügel kriegen
Zu dicken fetten Fliegen

Gebrochen ist Dein Widerstand
Verwirrt sitzt Du im Niemandsland
Am Ende ist jetzt die Geduld
Wer hat daran die Schuld?

Ich, ich, ich!

Ich bin jetzt ausgebrochen
Lass mich nicht unterjochen
Verwischt ist meine Spur
Allein auf weiter Flur

Verdammt, was ist mir kalt
Bin ausgelaugt und alt
Mich schütteln Fieberschübe
Die Aussichten sind trübe

Ich kann nicht ewig währen
Die Kämpfe mich verzehren
Dem Frieden will ich danken
Er lässt mich Kräfte tanken

Bei ihm komm ich zur Ruh
Ich fühle so wie Du
Der Schatten braucht das Licht
Das Grauen ein Gesicht

Ja, ich bin ausgebrochen
Bin nur noch Haut und Knochen
Vielleicht bin ich ja hier
Bei Dir, vor Deiner Tür

Vielleicht komm ich ja näher
Was sagen Deine Späher
Ich bin der Kerl mit Hut
Ich schwör, ich mein es gut!

Und nachts, die scharfen Hunde
Drehen wachsam ihre Runde
Beschützen Deinen Bunker
Dein Geld und Deine Klunker

Die Treppenstufen knacken
Die Angst sitzt Dir im Nacken
Ich komme einfach mal vorbei
Entschuldigung! Ich bin so frei!

Ja, ich bin ausgebrochen
Ich plane in Epochen
Denn irgendwo und irgendwann
Bin ich mal wieder dran

Du solltest Dich entspannen
Die Kriege, die gewannen
Die konnten es genießen
Das Bomben und das Schießen

Versuchst mich zu betören?
Ich soll nur Dir gehören?
Du hattest wohl gemeint
Wir zwei im Kampf vereint

Für höhere Werte und Moral?
Doch die sind mir nun scheißegal
Sie sind die Täter meiner Kriege
Sie sind die Opfer meiner Siege

Das Ringen um das Recht
Sie ist mein Stiefelknecht
Die Suche nach dem Nutzen
Darf mir die Stiefel putzen

Der Krieg ist ausgebrochen
Verschwunden schon vor Wochen
Und alle, die mich suchen
Die werden mich verfluchen

Du träumst vom Glockenturm
Der Glöckner läutet Sturm
Du erwachst in meinem Arm
Es war doch nur ein Fehlalarm

Und mach Dir keine Sorgen
Bei mir bist Du geborgen
Beruhig Dein Gewissen
Du wirst mich noch vermissen

Mal wolkig und mal heiter
Es dämmert, ich muss weiter
Grüß mir Krauss-Maffai, Diehl und Co.
Den Frieden grüße sowieso

Der Krieg ist ausgebrochen
Er hat Dir nichts versprochen
Er hat auch keine Eile
Er hat nur Langeweile

Und es hält sich der Verdacht
Er wäre letzte Nacht
Zu Dir ins Bett gekrochen
Denn Deine Laken rochen
Noch
Nach ihm
Nach Gasolin
Nach Kerosin
Nach Erdgas und Benzin

Der Krieg ist ausgebrochen
Ist durch den Zaun gekrochen
Bis dann! Zur Siegesfeier!
Bis wann? Das weiß der Geier!


Ich würde Dich gern glücklich machen
Mit roten Rosen und so Sachen
Genaues wüsst` ich gern genauer
Ich mach mich bei ner anderen schlauer

Auch würde ich an manchen Tagen
Dir lauter süße Sachen sagen
So wie gerade heute, so wie gerade jetzt
Doch leider hast Du mich versetzt

Nun steh ich da mit meinen Rosen
Wie Oskar mit zu kurzen Hosen
Denn schließlich hatte ich gedacht
Dass Dich das Grünzeug glücklich macht

Ich hatte es doch ausprobiert
Bei einer, die sich nicht so ziert
Zum Glück hab ich die Qual der Wahl
Mit Dir vielleicht beim nächsten mal

Bis dahin wünsch ich Dir viel Glück
Bis nach Timbuktu und zurück