Ich hab gedacht, ich führ mal Buch
Links der Segen, rechts der Fluch
Will keine bunten Bilder malen
Mein Leben in konkreten Zahlen
Auch keine schöne Poesie
Nichts täuscht mich mehr als sie

Zum Schluss wird die Bilanz gezogen
Wer hat am Ende wen betrogen?
Das Leben mich?
Oder war es ich?
Ich mein ….
Kann es sein ….
Ich lege grad das Leben rein?

Die Neubewertung großer Posten
Besonders auch die Kosten
Verhältnismäßig zum Ertrag
Denn schließlich war nicht jeder Tag
Mit Dir – ein Gewinn
Denn immerhin
Ich will mal ehrlich sein
Ich fühlte mich zu oft allein

Hier ist der Saldo tief im SOLL
An sich war vieles wundervoll
Wir haben uns schon sehr bemüht
Dass jeden Tag ein Blümchen blüht
Auf unserem kargen Acker
Da zog ich immer wacker
Den schweren Pflug
Und trotzdem war es nie genug

Was schreib ich in mein Lebensbuch?
War das nun Segen oder Fluch?
An manchen Tagen möcht ich meinen
Es könnte wie ein Fluch erscheinen
An andern Tagen ist mein Leben
Erfüllt von einem tiefen Segen

Und gerade jetzt kann ich ihn spüren
Wenn Deine Lippen mich berühren
Mit ihren sanften Gaben
Der Saldo steigt sofort ins HABEN


Man merkt es gleich am Schritt, am Gang
Der Mann steckt voller Tatendrang
Es drängte ihn sich zu beweisen
Er sei ein ganzer Kerl aus Eisen

Der auch die größten Widerstände
Überwände
Wenn man am letzten Ende
Ihn ließe
Was hieße:
Dass es noch zu beweisen gelte
Dass seines scharfen Schwertes Kälte
Noch alles zögerliche Tun durchdränge
Käm er doch endlich in die Gänge
In dieser kalten Welt der Zwänge


Ich würde Dich gern glücklich machen
Mit roten Rosen und so Sachen
Genaues wüsst` ich gern genauer
Ich mach mich bei ner anderen schlauer

Auch würde ich an manchen Tagen
Dir lauter süße Sachen sagen
So wie gerade heute, so wie gerade jetzt
Doch leider hast Du mich versetzt

Nun steh ich da mit meinen Rosen
Wie Oskar mit zu kurzen Hosen
Denn schließlich hatte ich gedacht
Dass Dich das Grünzeug glücklich macht

Ich hatte es doch ausprobiert
Bei einer, die sich nicht so ziert
Zum Glück hab ich die Qual der Wahl
Mit Dir vielleicht beim nächsten mal

Bis dahin wünsch ich Dir viel Glück
Bis nach Timbuktu und zurück


Es ist nicht so, dass …
Der alte Gaul von einer schönen Kutsche träumt
Es ist nicht so, dass …
Er glaubt, er würde nur von hinten aufgezäumt
Es ist nicht so, ach was …
Er zieht den Karren, er legt sich ins Geschirr
Lässt Sattelleder knarren, das alles und noch mehr

Nur manchmal … ich glaube, wenn die Peitsche knallt
Einmal zu viel
Vorbei das Spiel
Entfaltet sich die Urgewalt
Er scheut!
Gerade heut
Da gehen ihm die Pferde durch
Ja, ja, verkriech Dich nur, Du Lurch

Und zügellos
Wird sein Gespann dann zum Geschoss
Das schon an einer Wand zerschellt
Und leise fällt die Tür ins Schloss

So hab ich mir das vorgestellt:
Ein dreifach Hoch dem wackeren Ross!
Und leise fällt die Tür ins Schloss


Mein Dämon hat heut hitzefrei
Denn heute Nacht kommst Du vorbei
Dann möchte ich Dich schon betören
Da würde dieser Kerl nur stören

Gewöhnlich bellt hier jetzt der Hund
Sich aufgeregt die Kehle wund
Vorfreude baut sich schon ein Zelt
Als es dann an der Türe schellt

Ein lang erträumter Traum wird wahr
Denn wie versprochen: Du bist da
Gleich habe ich ganz aufgeregt
Stairways to heaven aufgelegt

Doch wir erklimmen keine Stufen
Er käme mir jetzt wie gerufen!
Doch er hat heute hitzefrei
Wir bleiben unter uns, wir zwei

Und ich spiel Schach, und Du spielst Dame
Und Hase ist mein Name
Den Nachtisch habe ich vergessen
Ach, könnt ich doch mit Stäbchen essen

Nur er ist unser Thema
Und sein perfides Handlungsschema
Es würden ihm die Ohren klingen
Von dem, was wir zur Sprache bringen

Du bliebest, wenn es nach mir ginge
Gewöhnlich bellen jetzt die Hunde
Als ich Dich an die Pforte bringe
Vor allem zu so später Stunde

Und jetzt, Dein letztes Wort in dieser Sache:
Bevor ich mich vom Acker mache
Mein lieber Karussellanschieber
Mit Dämon habe ich Dich lieber